
© Festschloss Hof
DIE DONAU entwickelt seit 2002 Jahresthemen für die Destination Danube, die einen natürlichen Schwerpunkt setzen soll. 2002 “Die Donau und Europa”, 2003 “Menschen, Mythen, Märchen”, 2004 “Die musikalische Donau”, 2005 “Donau-Landschaft mit Leidenschaft”, 2006 „Donau – Genuss pur“, 2007 „Die Donau – der königliche Fluss“, 2008 „Die Donau bewegt“, 2009 und 2010 ist den „Römern an der Donau“ gewidmet. 2011 wird "die Donau und Ihre Naturparks" in den Mittelpunkt gerückt.
Das UNESCO Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches" soll um den Donaulimes erweitert werden. Auch der Donaulimes in Österreich könnte in dieses Welterbe aufgenommen werden.
2010: Die Römer entlang der Donau
Von Wissenschaft und UNESCO wird der Donaulimes als Teil des internationalen Welterbes „Frontiers of the Roman Empire - Grenzen des römischen Reichs" verstanden, das sich als einziges Monument auf der UNESCO-Welterbeliste auf viele Länder in Europa, Vorderasien und Nordafrika erstreckt. Mit dem Aufnahme des schottischen Antoninuswalls 2008 stehen nunmehr drei Teilabschnitte unter UNESCO-Schutz, der Hadrianswall in England ist bereits seit 1987 gelistet, 2005 kam der Obergermanisch-Raetische Limes in Deutschland hinzu.
Damit sind die drei wesentlichsten Teilabschnitte des europäischen Landlimes bis an die bayerische Donau von der UNESCO als Welterbe gelistet. Die mittel- und osteuropäischen Länder, die Anteil am Donaulimes haben, stehen schon in den Startlöchern.
Ungarn und die Slowakei haben bereits die verbindliche Entscheidung getroffen, ihren Donaulimes bei der UNESCO zu nominieren. Dabei müssen die erforderlichen Nominierungsdokumente für die Einreichung als UNESCO-Welterbe vorbereitet und ein breiter Dialog mit Raumplanung, Tourismus und Anrainern der betroffenen archäologischen Denkmaler und Gebiete geführt werden.
Auch in Österreich gibt es Überlegungen, den Donaulimes auf die Tentative List der UNESCO zu setzen und die Voraussetzungen für die eigentliche Nominierung zu schaffen. Hier setzen sich das Institut für Österreichische Geschichtsforschung und der oberösterreichische Landtagsabgeordnete Friedrich Bernhofer intensiv dafür ein, den österreichischen Abschnitt des Donaulimes in ein länderübergreifendes Schutzprogramm einzubinden.
Verfasser: Dr. Sonja Jilek
Hintergrundinformation
Das römische Reich war durch seine Grenzen definiert und geschützt. Sie bilden mit ihren tausenden Militäranlagen (Legionslager, Kastelle, Wachttürme, Annäherungshindernisse wie Mauern und Gräben) ein einzigartiges archäologisches Bodendenkmal von internationaler Bedeutung, das sich quer durch Europa, den Nahen Osten und Nordafrika zieht - in der Größenordnung durchaus vergleichbar mit der Chinesischen Mauer. Einzelne Teile, z.B. der Hadrian´s Wall in Nordengland, der Obergermanisch-Raetische Limes in Deutschland oder die Ausgrabungsstätten in Carnuntum (NÖ) und Budapest (Ungarn) werden schon lange wissenschaftlich erforscht und in Archäologieparks der Öffentlichkeit präsentiert. Obwohl es zahlreiche nationale Bemühungen gab und gibt, fehlte bisher eine europaweit harmonisierte, strategische Planung zur Dokumentation und Präsentation dieses internationalen Kulturerbes.
In Europa verläuft die Grenzlinie des römischen Reiches von Großbritannien über die Flüsse Rhein und Donau bis in den Balkanraum zum Schwarzen Meer. Der Donaulimes ist dabei mit seinen annähernd 2000 km der längste und am besten ausgebaute Fluss-Limes, der auch durch eine Donauflotte überwacht wurde. Durch die Römer entstand vor allem südlich der Donau ein dichtes Netz aus militärischen Einrichtungen, Straßen, Infrastruktur und zivilen Siedlungen, von dem Teile noch heute erhalten sind.
Für die Öffentlichkeit soll im Rahmen von Projekten diese historische Landschaft begreifbar und in einem touristischen Sinn erschlossen und zu einer Kulturroute zusammengefasst werden.