
© Elfi Krahmer, TID e.V.
Im heutigen Zeitalter der schnellen und billigen Fortbewegung wird, als Gegenreaktion, das langsame, bewusste Reisen immer öfter zum Ziel der Reise. Im Falle der Donau denkt man natürlich an das Massenbeförderungsmittel vergangener Generationen – das Schiff. Aber nicht nur Schifffahrten können einem die Donau nahe bringen. Es lässt sich auf Wasserwegen auch individuell reisen, auf Kanu- oder Ruderbooten.
Wenige Zentimeter über der Flussoberfläche entwickelt man eine eigene Perspektive. Die Landschaft entfaltet sich, vom tiefsten Punkt betrachtet, um einen, als bilde man den Fokus einer Kulisse. Stetig langsam treibt sie am Betrachter vorbei, der Wasserwanderer reist nicht von Ort zu Ort, von einem Sightseeing Objekt zum nächsten. Der Fluss bestimmt Reiseverlauf und -geschwindigkeit, der Mensch muss sich, entgegen unserer Gewohnheit, wie etliche seiner Vorfahren, dieser natürlichen Straße und ihrem Rhythmus anpassen. Man fühlt sich in eine Naturwahrnehmung zurückversetzt, als der Prophet noch zum Berg gehen musste, anstatt umgekehrt. Wo man heute Straßen als Verbindungen zwischen zweier Punkte baut, errichtete man früher die Punkte entlang natürlicher Straßen.
Das Leben eines Wasserwanderers ist denkbar einfach, das Boot fasst keine unbegrenzte Menge an Gepäck, man reist nur mit dem, was man nicht entbehren kann. Dieses Loslösen von unserer materiell geprägten Alltagswelt glättet die Nerven, die Stille und die eigene Eingebundenheit in die Natur prägen sich tief in die Seele ein.
Wer körperlich fit und gerne mit Menschen zusammen unterwegs ist, kann sich mit Kanu oder Ruderboot der jährlich im Juni stattfindenden TID „Tour International Danubien“ anschließen. Die TID ist die längste organisierte Paddeltour der Welt, entlang der ganzen Donau bis zum Schwarzen Meer.