Die Donau in Deutschland
In den Bergen des Schwarzwalds entspringt ein kleines Bächlein, die Breg, hüpft über Wiesen und Felsen, vereint sich mit der Brigach und verschwindet. Bei Donaueschingen entspringt sie ein zweites Mal und darf sich fortan Donau nennen. Bis Ulm genießt die junge Donau nun eine unbeschwerte Jugend und man würde kaum vermuten, daß sich aus ihr im weiteren Verlauf der zweitmächtigste Strom Europas entwickelt. Die Ulmer Schiffer haben sich schon im Mittelalter mit ihrer "Ulmer Schachtel" auf die Donau gewagt und sind bis Belgrad gekommen, wenn auch nur stromabwärts. Mit ihren gewagten Unternehmungen begründeten sie jedoch den Reichtum der Stadt, von dem bis heute Schifferviertel und Münster zeugen. Noch aber widersetzt sie sich der großen Schiffahrt, nimmt nur kleine Boote mit auf ihrem Weg über Ingolstadt mit seinem wehrhaften Herzogsschloß und der mittelalterlichen Stadtmauer. Hinter dem Kloster Weltenburg bricht sie zwischen senkrechten Felsen nach Kelheim durch. Hier nimmt die Donau die großen Schiffe auf, die durch den Main-Donaukanal drängen, läßt sich in Staustufen und Wehre zwingen und setzt doch unbeirrt ihren Weg fort.

In Regensburg steht die aus dem 12. Jahrhundert stammende Reichsbrücke, die älteste noch funktionstüchtige Donaubrücke. Ihre letzte Station in Deutschland ist die Drei-Flüsse-Stadt Passau. Das "Venedig an der Donau", so genannt wegen des italienischen Barocks und der vielen Ufer, bedeutet Abschied von der Heimat. Gestärkt durch Inn und Ilz begibt sich die Donau, nun schon ein beachtlicher Strom, auf den Weg zu neuen Ufern, nach Österreich.