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2003 - "Mythen, Märchen und Menschen"
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Wie Krimhild im ungarischen Wieselburg zur Donaupassagierin wurde, liest sich in der modernen Prosaübersetzung folgendermaßen: "In der mächtigen Stadt Meisenburg bestiegen sie die Schiffe. Als ob es Land wäre, war das Wasser, soweit man nur blicken konnte, völlig mit Pferden und Leuten bedeckt. Die von dem Fahren müden Damen fanden jetzt etwas Ruhe und Bequemlichkeit. Viele tüchtige Schiffe waren miteinander vertäut worden, so dass ihnen die Flut nichts anhaben konnten .Viele treffliche Zelte waren über die Schiffe gespannt, als ob die Resienden noch festes Land und Feld unter den Füßen hätten."

Das liest sich wie eine Werbeschrift für eine Donaukreuzfahrt. Der Autor hat die Bequemlichkeiten dieser Reiseform sicher selbst erfahren, sonst würde er nicht so genüsslich von dem Leben auf den Schiffen ,die Zelten und Häusern gleichen, berichten. Die Geschichte spielt zur Zeit des Hunnenkönigs Attila, also um die Mitte des 5.Jahrhunderts, der Dichter preist jedoch den Donauverkehr um 1200 an. Daher ist das Epos ein typisches Beispiel dafür wie uraltes Sagengut und zum Teil mündlich überlieferte Heldenlieder von einem genialen Dichter mit historischen Tatsachen und realen Landschaftskulissen verwoben wird - der Mythos als Geschichtsquelle, wobei die Wissenschafter auch einige detektivische Fähigkeiten benötigen.

Während der Verfasser die Route der Nibelungen vom Rhein bis nach Passau nur mit vagen Andeutungen beschreibt, wird er von dieser Stadt an so konkret, dass sich seine Verse als Donaureiseführer verwenden lassen. Passau ist der Ort, "wo noch ein Kloster steht und wo sich der Inn mit großem Schäumen in die Donau ergießt". Dort residiert Bischof Pilgram. Er wird im Lied immer wieder hervorgehoben und steht, obwohl eine historische Gestalt aus der Zeit der Ungarneinfälle, wahrscheinlich für den zeitgenössischen Bischof Wolfger. Aus seiner Umgebung könnte der unbekannte Dichter stammen. Und der beweist in vielen Versen wie gut er die Donaulande kennt.



 
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