Menu Content/Inhalt
 
Start arrow Tourist Commission arrow Themes of the Year arrow 2003 - "Mythen, Märchen und Menschen"

Press Service

Nov.08
Downloads
File11/2008 en
Nov.08
Downloads
File11/2008 de
Oct.08
Downloads
File10/2008 en
donauwelle.jpg
2003 - "Mythen, Märchen und Menschen" Print
Article Index
2003 - "Mythen, Märchen und Menschen"
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11


Bis heute schlagen die Einwohner verschiedener Städtchen und Dörfer längs der Donau daraus Kapital. Da schlängeln sich "Nibelungenstraßen", "Nibelungenhöfe" erwarten Feriengäste und "Nibelungenwirte" zieren ihre Menüs mit "Nibelungenplatten" mit "Sauce à la Tronje" und "Krimhildensoufflé". Zur Verdauung wird ein scharfer Etzel-Schnaps empfohlen mit anschließendem Nibelungenspiel im Schlosshof. Der Mythos verkauft sich eben gut.

Und der Namen sind viele, die der Dichter nennt: Als Krimhild noch hoch zu Ross unterwegs war, gelangte sie nach Efferding, überschritt die Traun und ließ in der Ebene vor Enns die Zelte aufschlagen, an der Grenze der Mark des Pöchlarner Grafen Rüdiger (übrigens, die Enns bildet in der Sagenwelt der Ungarn die Trennlinie, an der der Westen beginnt). Krimhild rastete in Rüdigers Schloss, wurde in Melk mit Wein in goldenen Gefäßen begrüßt, kam nach Mautern und bewunderte an der Traisen die mächtige Burg des Hunnenkönigs, Traismauer. Und dann erschienen die Reiter Etzels, um die Braut heimzuholen. Der König wartete in Tulln: "Ein stat bi Tuonouwe lit in Osterlant, diu ist geheizen Tulne" - eine Stadt liegt in Österreich an der Donau, die heißt Tulln. In Wien wurde Hochzeit gehalten, Hainburg ist noch erwähnt; und schließlich hoben sich die Anker zur Schiffsreise nach Ungarn.. Das Ziel war Etzels Palast in Gran (Esztergom), hoch über der Donau.

Die Wiener Hochzeitsfeierlichkeiten schilderte der Nibelungensänger, als ob er dabei gewesen wäre: Das Fest dauerte siebzehn Tage. Ich glaube, man kann von keinem anderen König sagen, dass sein Fest größer gewesen wäre .Alle die auf dem Fest zugegen waren, trugen nachher ganz neue Kleider. Auch verschenkte niemals irgend jemand auf seinem Fest so viele kostbare lange und weite Mäntel, noch so treffliche Kleider." Viel spricht dafür, dass als Modell für die Krimhild-Etzel-Trauung die Hochzeit des Babenbergerherzogs Leopold VI. mit der byzantinischen Prinzessin Theodora diente. Das Paar wurde vom Passauer Bischof Wolfger vermählt, und der Dichter dürfte sich in seinem Gefolge befunden haben.



 
< Prev   Next >