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2003 - "Mythen, Märchen und Menschen" |
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In dem grandiosen Blut-und- Tränen-Finale dieser Völkertragödie von homerischen Dimensionen tritt uns Etzel nicht als Gottesgeißel gegenüber, sondern als hehrer Held. Diesen Ruf hatte Attila bei den Germanenstämmen ,die sich mit ihm gegen Ost- Und Weströmer verbündeten: "Etzels Herrschaft war so weithin berühmt, dass man zu jeder Zeit an seinem Hofe die tapfersten Helden traf, von denen unter Christen oder Heiden je berichtet wurde", heißt es im Lied. Und in den Heerbann Etzels, der Krimhild heimholte, "ritten viele Gefolgsleute aus Russland und aus Griechenland. Die Polen und die Walachen sah man auf edlen Pferden schnell und kräftig vorbeigaloppieren. Viele Helden aus dem Kiewer Lande ritten da und die wilden Petschenaren." Und Recken wie Rüdiger von Pöchlarn und Dietrich von Bern schwangen ihr Schwert für den Hunnenherrscher. Eine deutsche Rittergarde stand aber auch bei den ungarischen Königen in Sold und ihr Quartier war auf der Felsenburg von Gran. Und hier hat der Dichter das grauenvolle Ende der Burgunder inszeniert. Attilas legendärer Palast ist jedoch irgendwo im Tiefland zwischen Donau und Theiß zu suchen. Weil er aus Holz war, konnte bis heute nicht die geringste Spur davon gefunden werden.
Aus dem Donau-Prospekt, der Hochzeitschronik mit Lautenklang und Spielmannsjubel, höfischer Minne und aufrechter Gefolgschaftstreue wird jedoch plötzlich der Grabgesang eines ganzen Volkes, die Beschreibung eines Massenmordens, das auch für die Menschen um 1200 greifbar und etwas Wiederholbares war, ein Verhängnis, das einen selber treffen hätte können. "Daz ist der Nibelunge not." Damit endet der wortgewaltige Gesang vom Aufeinandertreffen der Ritter vom Rhein mit den Reitern aus der Steppe. Geschehen ist's an der Donau. Und 42 Jahre später donnerten die Hufe der Steppenreiter wieder über die Puszta, wie aus dem Nichts, auf einem fernen Fabelreich kam das Mongolenheer über Europa und brachte Tod und Verderben und schreckliche Not.
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