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2002 - "Die Donau und Europa"
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Wenige Kilometer nach Regensburg leuchten weiße Marmorsäulen Über grÜne Matten, ein griechischer Tempel hat sich auf einen HÜgel nahe dem Strom verirrt, fÜr die großen Deutschen hat der Bayern-König Ludwig I. bei Donaustauf zwischen 1832 und 1840 die Walhalla errichten lassen, eine Stätte nationalen Heldenkultes mit den BÜsten von 121 Männern und vier Frauen - Kaiser, FÜrsten Feldherren, aber auch KÜnstler und Geistesheroen. Und hier hat auch Johannes Kepler seinen Ehrenplatz erhalten, neben DÜrer, Wieland, Goethe, Bach, Händel, Schubert, Bruckner, Reger, Stifter usw. Alle paar Jahre wird die Ruhmesgalerie aufgestockt - und so kehrte Albert Einstein 1990 doch noch an die Donau zurÜck. Nach ihm kamen 1998 die GrÜnderin der Schulschwestern, Mutter Maria-Theresia Gerhardinger, 1999 Konrad Adenauer und 2000 reichlich spät Johannes Brahms dazu. Aus neuerer Zeit wäre eigentlich auch jener Nobelpreisträger walhallawÜrdig, der der Donau wie kein anderer seiner Kollegen verbunden ist: Konrad Lorenz.

Als einer der BegrÜnder der vergleichenden Verhaltensforschung wurde er 1973 fÜr seine Forschungen Über die Prägungen der Graugänse ausgezeichnet. Er hat mit Tieren experimentiert und dabei viel Über die Menschen nachgedacht, und in seinem bekanntesten Werk "Das sogenannte Böse" Wesentliches Über die Aggression ausgesagt. Der 1989 verstorbene Lorenz verbrachte seine letzten Jahre in dem Haus, in dem er aufgewachsen ist - in Altenberg an der Donau, kurz vor Wien. Und der Donau verdankt er auch seine Karriere: " Schon in meiner frÜhesten Kindheit empfand ich den Zauber des Schilfes, der SÜmpfe, der Auwälder," erinnerte sich der Wissenschafter einige Zeit vor seinem Tode in einem Interview. "Die erste Begegnung mit einer Schar Wildgänse war mir ein unauslöschliches Erlebnis. Und sobald ich in die Schule ging, war ich schon mit dem Kescher unterwegs. Meine Begeisterung fÜr die Biologie kommt direkt von der Donau, vom Fischen mit dem Kescher. Ich habe mich fÜr alles interessiert, was mit dem Wasser zu tun hat. Ich hatte ein Aquarium und fÜllte es mit Donaufischen. Dann musste ich fÜr die Fische Futter suchen, so lernte ich die andere Welt der TÜmpel kennen. Das hielt das ganze Gymnasium hindurch an, bis mich plötzlich Krebse fesselte. Ich sammelte und zeichnete sie, und so bin ich langsam zur Zoologie gekommen. All das ist so mit den Nebengewässern der Donau verflochten, dass man nicht weiß, was woran schuld ist..."



 
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