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Wissenschaftsgeschichte der anderen Art. Darum kämpfte Lorenz bis zum Schluss gegen die Verbauung des Stromes und fÜr die Erhaltung der Auen. Bei der siegreichen "Schlacht" gegen die Staustufe bei Hainburg im Dezember 1984 war der greise Professor eine der Leitfiguren der jugendlichen AuschÜtzer. Als einer der besten Kenner dieser Dschungellandschaften entlang des Stromes klagte Lorenz bitter darÜber, wie viele solcher Nebengewässer seit seiner Jugend verschwunden sind: "Die Bedrohung dieser Landschaft liegt mir wirklich auf der Seele. Die Chance zu retten, ist noch immer da, wenn die Industrialisierung das Gelände nicht ganz auffrisst." Zur Zeit diese Gespräches existierte noch der Eiserne Vorhang, und Lorenz wies daraufhin, wie gut sich manche Tierarten in diesen toten Zonen am Neusiedler See oder an der March noch erhalten konnten; " Den Viechern geht es immer dann gut, wenn es den Menschen schlecht geht." Und er wies auf die "Vulgarisation" der Stockenten hin, die mehr und mehr Haustiercharakter annehmen, desto weniger sie sich vor Fuchs und Habicht fÜrchten mÜssen und desto leichter sie an ihre Nahrung geraten. "Sehen sie sich doch vielen dicken Stockenten an. In einer solchen Situation, wo nur die Raumkonkurrenz der Artgenossen der hauptsächlich beschränkende Faktor ist, sind die ordinären, die Dicken im Vorteil. Sie setzen sich gegen die beweglicheren DÜnnen durch. Aber das geht auch uns Menschen an, wir sind doch alle viel zu fett. Eine Domestikationserscheinung!" Und dann erwähnt er eine seiner meistdiskutierten Schriften von den "Acht TodsÜnden der Zivilisation". "Ich hätte eine neunte anhängen sollen: Fraß und Völlerei. Aber diese Gedanke habe ich im Freudschen Sinne verdrängt, weil ich selber gerne esse." Und dann sinnierte er wieder Über die "materialistisch-technologische Menschheit, die den Preis von allem kennt und den Wert von gar nichts." Nicht zuletzt dem Einsatz und der Autorität eines Konrad Lorenz ist es zu verdanken, dass längst ein Umdenken begonnen hat, und auch viele große Macher und Manager lernen den Strom und seine Umwelt nicht nur aus ökonomischer, sondern auch aus ökologischer Perspektive zu betrachten.



 
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