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2002 - "Die Donau und Europa"
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Über die Donau nachdenken, an die Donau denken, an der Donau denken: "Die Zeit ist ein Fluss aus allem, was geschieht, ja ein wilder Strom..." Gedanken eines römischen Caesaren in der Donauwildnis. Um 170/71 nach Christus wollte Kaiser Marc Aurel die Grenze des Imperiums Über den Donau-Limes hinaus nach Mähren und in die Slowakei verschieben. Doch seine Legionen saßen fest. Soldaten hatten aus dem Orient die Pest eingeschleppt. In Carnuntum und in Vindobona, und Überall in den Lagern und Städten an der Donau starben die Mensche wie die Fliegen. Und der Kaiser nutzte die erzwungene Muße, um seine "Selbstbetrachtungen" aufzuzeichnen. Das dritte Buch dieses SchlÜsselwerkes stoischer Philosophie trägt den Vermerk "Geschrieben in Carnuntum". Und die Donau hat den Monarchen wohl zu Reflexionen Über Werden und Sein und Vergehen inspiriert: "Denn die Dinge sind wie ein Strom, dauernd im Fluss, ihre Auswirkungen in ständiger Wandlung und ihre Ursachen in tausendfachem Wechsel begriffen, und so gut wie nichts ist dauernd...Die Ursache des Alls ist ein wilder Strom; alles reißt er mit sich." Umgeben von Krankheit und Tod notierte Marc Aurel resignierend: "Es ist also nur eine winzige Spanne Zeit, die ein jeder lebt, winzig auch der Fleck der Erde, wo er lebt. Winzig auch der längste Nachruhm, der obendrein nur auf der Überlieferung von Menschlein beruht, die schon morgen sterben werden und sich nicht einmal selber kennen, geschweige denn einen Mann, der schon lange tot ist..." Die Donau wurde Marc Aurels Schicksal, 180 wollte er wieder einmal Über den Strom, um die Markomannen zu unterwerfen. Aber da erkrankte er und starb im Castrum Vindobona. Und mehr als alle seine Kriegstaten haben die Werke seines Geistes dem Philosophenkaiser zur Unsterblichkeit verholfen.



 
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