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Philosophen, Biologen, Astronomen, Sprachforscher und Geographen, politische Theoretiker, Revolutionäre und Reformer, sie haben im Donauraum gewirkt, haben ihn verändert, sind durch ihre Existenz im Bereich dieses so viele Grenzen Überwindenden - und sie auch negierenden - Stromes selber verändert worden. Bei allem Trennenden zwischen den Völkern gibt es diesen Geist der Donau, der allen gemeinsam ist. Trotz aller Gegensätze und der Last einer konfliktreichen Geschichte schafft der Strom doch eine gewisse Einheit all jener, die an ihm, auf ihm und durch ihn leben. Und das Geistige, das daraus wächst, hat etwas von seinem ständigen Fluss, von seiner unaufhaltsamen Bewegung, und es manifestiert sich in den mannigfachsten Formen. Marc Aurels "wilder Strom der Zeit" hat viele mitgerissen. Aber " Es steigt und fällt alles in der Welt und ist also nichts Beständiges unter den Sonnen" schrieb ein anderer Donaumensch, Abraham a Sancta Clara: "Alle Ströme laufen ins Meer und das Meer gehet nicht Über, die Ströme kommen wiederum zu dem Ort, draus sie hergegangen sind, damit sie aufs neue fließen..." Und der ungarische Lyriker Attila Jószef dichtete 1937, kurz bevor er sich 32jährig das Leben nahm: " In Donauwellen sah ich Heutiges, Einstiges, KÜnftiges vergehen. Hinwogend war es miteinander da. Die Schlacht, der Alten ruhelose Klinge wird stiller, seit Erinnerung sie auffing. Ordnen wir doch nun endlich unsre Dinge. So unser Auftrag. Er ist nicht gering..."

Ernst Trost



 
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