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2002 - "Die Donau und Europa" |
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Der halbe Donauraum gehörte noch zum osmanischen Reich, als es schon die politischen und philosophischen Ideen der Aufklärung die Donau hinab schwemmte. Und sie fielen bei den zum Teil noch unterdrÜckten Balkanvölkern auf fruchtbaren Boden. Die begabtesten Söhne nahmen das Dampfschiff donauaufwärts, studierten in Wien, Graz oder auf deutschen Universitäten und kehrten wieder heim, um ihren Landsleuten die eigene Nation bewusst zu machen, und sie so ihre Identität finden zu lassen.
"Vom Donaustrom bis zum schäumenden Bereich der gierigen Ostsee, Überall vernahm man dereinst der kÜhnen Slawen schöngefÜgte Sprache..." dichtete der Pressburger Jan Kollar (1793-1852) auf tschechisch und warf den Deutschen, dem "eifersÜchtigen Teutonien", vor, diese Sprache und die slawischen Völker zu unterdrÜcken. Dank der Schulreformen unter Maria Theresia und Joseph II. bildete sich jedoch in den Donauländern der Monarchie ein neuer Mittelstand, der neben einigen herausragenden Gestalten des nationalen Klerus zum Träger der Wiederentdeckung der eigenen Vergangenheit, Sprache und Wesensgleichheit wurde. So schaute der Schriftsteller Ludvit Stur (1815-1856) dem Volk auf den Mund und konstruierte in Pressburg eine slowakische Grammatik und wurde dadurch zum Patron einer wiederbelebten slawischen Hochsprache an den Gestaden der Donau. Jan Kollar allerdings protestierte vehement gegen Sturs BemÜhungen um das Slowakische, weil seiner Meinung nach auf diese Weise die Einheitsfront der Slowaken mit den Tschechen gegen die "Herrenvölker", gegen die Deutschen und Ungarn, gesprengt wÜrde.
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