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2002 - "Die Donau und Europa" |
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Der Strom als Richtungsweiser hat nicht nur das Schicksal der Nationen an seinen Ufern gelenkt oder zumindest beeinflusst, sondern auch die Biographie so mancher genialer Menschen, die unsere Vorstellungen verändert und unser Weltbild umgestÜrzt haben. Es waren oft Ausnahmeerscheinungen, ungewöhnliche Persönlichkeiten, die uns anders sehen, hören, denken und reden gelehrt und uns neue Wahrheiten geschenkt haben.
"Ich armer Tropf bin auch auf eine Zeit so mÜde worden, dass mir sogar die FÜß das weitere Gehen und Stehen rund haben abgeschlagen. Die Ursach meiner Mattigkeit war, weilen ich etwas gesucht, nicht gefunden ... ich habe die Wahrheit gesucht", klagte einer der wortgewaltigsten Prediger des Barocks, ein Meister der Sprache und Rhetorik, einer der dem Volk aufs Maul geschaut und seiner Zeit auf den Grund gesehen hat - Abraham a Sancta Clara (1644 - 1709). Auch er zählt zur Spezies der Donaumenschen. Er entstammt einem unscheinbaren schwäbischen Dörfchen nichtweit vom Donauursprung. Im heute Über 400 Jahre alten Gasthaus "Zur Traube" in Kreenheinstetten bei Sigmaringen ist Ulrich Megerle aufgewachsen, und sein Weg fÜhrte ihn die Donau abwärts nach Wien. Der BarfÜßer-Augustinermönch, Abraham a Sancta Clara war sein Klostername, hat den Wienern von der Kanzel aus die GemÜtlichkeit ausgetrieben. FÜr den Hof wie fÜr die einfachen Leute fand er die richtigen Worte und in seinen Predigten hielt er der Welt den Spiegel vor und schuf dabei in Überwältigender Ausdruckfreude und -fÜlle literarisch-satirische Gesellschafts- und Sittenbilder, besonders realistisch und eindrucksvoll aus den Zeiten der Pest und der Türkennot.
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