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2002 - Die Donau und Europa |
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Auch die donaulastigste aller Donaumetropolen, nämlich Budapest, wurde im 19. Jahrhundert als pulsierende Hauptstadt einer zu sich selbst findenden magyarischen Nation zum Kraftspeicher und zum Motor eines ganzen Landes. diese ungeheure Dynamik kann jedoch nur indirekt mit dem die Doppelstadt Buda und Pest trennenden und verbindenden Wasserlauf Strom in Beziehung gesetzt werden. Der Strom hat sicher so manchen angeregt, und war auch eines der Instrumente fÜr die Reformen des "größten Ungarns", Stefan Graf Széchenyi. Es ist jedoch nicht alles Donaugeschichte, was an der Donau geschehen ist. Dennoch hat sie Welten aneinandergekettet, und nicht nur in der schicksalhaften Auseinandersetzung mit den TÜrken, diesem vorweggenommenen "Krieg der Kulturen", HeerfÜhrern und Diplomaten als Orientierung gedient. Es war auch ein Austausch der Kulturen, und dabei kann die Rolle des Stromes, materiell wie symbolisch, gar nicht Überschätzt werden.
Und dann ist da eben die persönliche Bindung zum Strom durch den Zufall der Geburt, einer mehr oder längeren Anwesenheit in irgend einem Donaustädtchen - oder durch den Tod. Und die Nachfahren profitieren davon, indem sie sich mit dem Namen so mancher dieser klugen Köpfe schmÜcken und zumindest touristischen Profit daraus schlagen. Was hat etwa das schwäbische Lauingen an der oberen Donau seinem berÜhmtesten Kind fÜr sein kÜnftiges Dasein mitgegeben? Kurz vor 1200 ist hier nämlich als Sohn niedriger Adeliger einer der faszinierendsten Universalgelehrten des Mittelalters zur Welt gekommen: Albertus Magnus. Der Dominikaner hat an der Seine, in Paris, gelehrt, und am Rhein, in Köln. Er brachte seine Zeit Aristoteles nahe, und hat sich so in ihn hineingelebt, dass er zu sagen wagte: " Wir werden sogar die fehlenden Teile seiner unvollendeten BÜcher ergänzen, ob sie nun deswegen fehlen, weil Aristoteles sie gar nicht geschrieben hat oder weil sie nicht auf uns gekommen sind." Albertus erforschte aber auch die Geheimnisse der Natur, beschrieb Pflanzen und Tiere, und seine Kritik an der Behauptung des Aristoteles, der Aal lebe vom Schlamm, könnte von eigenen Erfahrungen aus der Kindheit in den Lauinger Donauauen entstammen: "Ich selbst habe gesehen, wie der Aal einen Frosch verzehrte und wie er mit solcherart Köcher an der Angel gefangen wurde."
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