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2002 - "Die Donau und Europa" |
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Ein Pilgerziel fÜr Mathematiker und Philosophen liegt etwa 70 Stromkilometer weiter östlich - Neuburg, die Residenzstadt einer wittelsbachischen Nebenlinie - eine Renaissance - Insel im barocken Meer der Donauarchitektur. Denn hier hat einer der Ahnherren modernen Zweifelns die Stunde der Erweckung erlebt, seine geistige Auferstehung: Rene´ Descartes. 1619, als das 30jährige Ringen um die rechte Religion und die damit verbundene Macht eben begonnen hatte, wollte sich der 23jährige französische Edelmann ein wenig im europäischen Kriegstheater umschauen. Wie das damals so Üblich war, hatte er sich als Freiwilliger einem der Heere angeschlossen, den Truppen des bayerischen Herzogs Maximilian. In der Stadt Neuburg lag er nun im endlos langen Winterquartier. Was ihm da geschah, hat er später selber beschrieben: " Da ich keine mich zerstreuende Unterhaltung fand und im Übrigen glÜcklicherweise durch keine Sorgen und Leidenschaften gestört wurde, hielt ich mich den ganzen Tag Über allein in einer warmen Ofenstube eingeschlossen, so dass ich alle Muße hatte, mich mit meinen Gedanken zu beschäftigen.." Und da, in der Nacht zum Martinstag, vom 10. zum 11.November, kam dem jungen Descartes die Erleuchtung. Nach einigen wegweisenden Traumgesichtern erkannte er seine Bestimmung, sich kÜnftig der Wissenschaft zu widmen. Möglicherweise hat er bereits in Neuburg, hoch Über der noch schmalen Donau, die Grundlagen fÜr die Mathematisierung der Erkenntnis und die dafÜr nötige Formelsprache entdeckt. Hier also begann der eigentliche Werdegang des BegrÜnder der analytischen Geometrie, und des Schöpfers des klassischen Satzes : Cogito ergo sum - ich denke, also bin ich".
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