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2001 - "Brücken, Wege und Stege" |
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Im alten Österreich durften den dynastischen Gepflogenheiten entsprechend sehr oft Mitglieder des Herrscherhauses den Brücken ihren Namen leihen; und damit war eine spätere Umbenennung vorprogrammiert. Denn mit der Demontage der Monarchie wurden die Habsburger ihrer Patenpflichten entbunden. Die Wiener Franz-Joseph-Brücke kennen wir heute als Floridsdorfer Brücke, von 1946 bis Juli 1956 hieß sie offiziell Malinowski-Brücke, nach dem schwergewichtigen Sowjet-Marschall, der die Zweite Ukrainische Front kommandierte und unter Chruschtschow Verteidigungsminister wurde. In Ungarn hatte Elisabeth einstens bei Komorn eine zweite Brücke, und ihrer Tochter Maria-Valerie wurde 1895 mit der Brücke bei Esztergom gedacht. Doch davon ragt seit Ende 1944 nur ein trauriger Rest aus dem Wasser. Erst in den letzten Jahren haben sich Ungarn und die Slowakei über den Wiederaufbau geeinigt. Die Pressburger Franz-Joseph-Brücke von 1891 ist heute die Alte Brücke, doch weil sie dem gesteigerten Verkehrsvolumen nicht genügte, haben die kommunistischen Bratislaver Bauherren 1962-1967 einen zweiten, imponierenden stählernen Übergang geschaffen (480,8 m lang, 21 m breit), die neue Brücke, die an einem einzigen, 85 Meter hohen Pfeiler hängt. Die darüber führende Schnellstraße wurde jedoch brutal am Martins-Dom vorbei ins Stadtinnere verlängert unter rücksichtsloser Opferung ganzer alter Viertel - ein Schandmal der Gefühls - und Geschmacklosigkeit des ruhmlos untergegangenen Realsozialismus.
Ein anderer Brückenname, an der oberen Donau in Straubing dagegen erinnert an eine Liebestragödie und einen Justizmord in fernen Zeiten: die Agnes-Bernauer-Brücke in Straubing. Die schöne Baderstochter aus Augsburg war heimlich mit Albrecht von Bayern verheiratet. Weil sein Vater Herzog Ernst jedoch standesgemäßere Heiratspläne mit ihm hatte, wurde die junge Frau angeklagt, Albrecht behext zu haben. Ein Richter entschied, dass "die Hexe ins Wasser zu werfen und zu ersäufen" sei.
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