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2001 - "Brücken, Wege und Stege"
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Die Steinerne Brücke ist jetzt für zwölf Tonnen zugelassen. Ein Ingenieur vom Städtischen Tiefbauamt spricht ihr jedoch eine Tragkraft von gut 60 Tonnen zu. Mit 16 halbkreisförmigen Bögen überspannt sie 350 Meter. Sie ist leicht geknickt und auch nicht immer gleich breit. "Für jeden Abschnitt war ein anderer Polier verantwortlich, und die haben ihre Arbeiten nicht immer hundertprozentig koordiniert. Die engste Stelle liegt am jenseitigen Brückenende - vielleicht ist zum Schluss eben das Geld knapp geworden." Ein technisches Wunderwerk ist dabei dennoch entstanden. Wie haben das die Baumeister damals geschafft? Wie erklärt das der Techniker von heute: "Die Donau dürfte zur Bauzeit einen extrem niedrigen Wasserstand gehabt haben. So wurden für jeden Brückenpfeiler Inseln in der Donau konstruiert. Ein Eichenpfahl neben dem anderen wurde in das Strombett geschlagen, ein äußerer und ein innerer Ring, und dazwischen füllte man Steine und Geröll. Das innere Pfahlbündel wurde zum Pfeilerfundament - und darauf ruht die Brücke bis heute. Die Quadersteine der Bogen und Pfeiler wurden mit heißem Kalkmörtel zusammengefügt - der ist heute so fest, dass man ihn mit Kompressoren kaum auseinanderbringt." Ein gewaltiges Arbeiterheer dürfte am Werk gewesen sein. Weil es galt, die Trockenheit auszunützen, wurde vermutlich an all diesen Inseln, den sogenannten Beschlächten, gleichzeitig gearbeitet, jeweils 15 bis 20 Mann.

So steht sie nun also da, die Brücke, wehrhaft, feste und unverrückbar. Sie ist jedoch auch wie eine Mauer, sperrt den Strom für alle größeren Schiffe. Die Ulmer Schachteln konnten sie wohl passieren, für moderne Schiffszüge und Passagierschiffe war in Regensburg jedoch Endstation - bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, bis zur Vollendung des Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsweges, 1992, wie das imponierende Kanalsystem offiziell heißt. Seitdem ist der Weg für luxuriöse Kreuzfahrtschiffe und schwerbeladene Selbstfahrer von Rotterdam, Antwerpen, Köln, Düsseldorf und Duisburg oder von Straßburg und Basel offen, an Regensburg vorbei nach Wien, Budapest und noch weiter hinunter oder umgekehrt.



 
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