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2001 - "Brücken, Wege und Stege"
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Um ein Vorbild für das Regensburger Brückenjuwel zu finden, muss man durch das Eiserne Tor bis ins rumänische Turnu Severin reisen - oder man schaut sich in Rom auf dem Forum Trajanum die Trajansäule genauer an. Auf den Reliefstreifen, die wie ein Stummfilm oder ein Comicstrip die Taten Kaiser Trajans (98-117) verherrlichen, ist eine der eindrucksvollsten antiken Brückenbauten samt Auftraggeber und Architekten konserviert: die Bücke des Apollodorus von Damaskus. 105 nach Christus hat er sie für den Imperator aus Stein und Holz über den Strom geschlagen. Auf dem Säulenbild ist das bärtige Gesicht des Baumeisters hinter dem vor dem mächtigen Bogenwerk sein Dankopfer darbringenden Trajan zu erkennen.

Die Römer konnten sich den über einen Kilometer langen künstlichen Übergang wohl nur leisten, weil sie damals hier am Balkan bereits auf beiden Seiten der Donau Fuß gefasst hatten. So wurde die Brücke vom heute rumänischen Nordufer aus hinüber auf das serbische Südufer geführt. Durch einen Kanal am linken Ufer wurde das Wasser abgeleitet, damit Trajans Pioniere unterstützt von einem Sklavenheer - hauptsächlich dakische Kriegsgefangene - die meiste Zeit im Trockenen werken konnten. Die Fundamente der insgesamt 20 Pfeiler aus schweren Kalksteinquadern sind noch im Strombett aufzuspüren. Und an beiden Ufern liegen die Trümmer der restlichen Pfeiler - je drei -, als ob mythische Riesen einander über den Strom hinweg mit überdimensionalen Felsen beworfen hätten. Die Triumphpforten gleichenden Auffahrten sind verschwunden. Nicht die Jahrhunderte haben die Brücke zerstört, auch keine feindlichen Heere, sondern Trajans Nachfolger Hadrian. Unter ihm war die Donau auch im Südosten wieder Grenze des Imperiums. Und er befahl den Abbruch der Brücke, damit im Kriegsfall der Strom vom Feind nicht so leicht überwunden werden könne. 85 Jahre danach schrieb der Historiker Cassius Dio nach eigenem Augenschein voll Bewunderung: "Glänzend wie die anderen Leistungen Trajans, übertrifft diese Steinbrücke doch alles. Obwohl sie heute zu nichts mehr taugt, denn es stehen nur noch die Steinpfeiler, so scheinen sie doch nur errichtet, um zu beweisen, dass es nichts gibt, was des Menschen Geist nicht zustande zu bringen vermag."



 
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