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2001 - "Brücken, Wege und Stege"
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Die Chroniken der Städte und Städtchen an der oberen Donau wissen viel von den jeweiligen Brücken zu erzählen. Die Brücke war und ist ein Teil des Lebens der Bürger. Ihre Erhaltung lastet meist als gewichtiger Kostenpunkt auf dem Budget. Als es noch Brückenzölle gab, und eine Maut, konnte sie jedoch auch Quelle guter Einkünfte sein. Für dauernden Streit um die Verteilung der Lasten, um Gebührenbefreiung, um Arbeitsleistungen und Materiallieferungen usw. zwischen Landesfürsten, Adeligen, Äbten, Stadtvätern und Bürgern war da also ständig gesorgt. Als wahrhaft privilegiertes und angesehenes Mitglied der Gesellschaft galt erst, wer von allen Brückenabgaben befreit war.

Und wie waren die Tarife? Nehmen wir zum Beispiel das bayerische Neustadt a.d. Donau. Nachdem die aus dem späten Mittelalter stammende Brücke 1780 unter der Last eines von acht Pferde angezogenen Fuhrwerkes zusammengebrochen war, ließ sie Kurfürst Karl Theodor 1782 durch eine neue, stärkere ersetzen, mit einer Länge von 277 Metern und 28 Jochen. Da zahlte ein Fußgänger einen Pfennig für eine Passage, ebensoviel wurde für ein Kalb, ein Schaf oder ein Schwein gerechnet, ein Stück ausgewachsenes Hornvieh wurde dagegen auf zwei Pfennige taxiert, und die Gebühr für eine Kutsche mit vier Pferden betrug zwölf Kreuzer.

Solche Einnahmen wurden dringend benötigt, denn alle Brückenchroniken in unseren Breiten sind eine Folge von Schadensmeldungen. Hochwasser und vor allem auch regelmäßig widerkehrende Eisstöße ließen die Gerüste, in die ganze Wälder verbaut waren, immer wieder einstürzen. Erst gegen Ende des 19.Jahrhunderts wichen sie kühnen und wesentlich widerstandsfähigeren Eisenkonstruktionen. Das entsprach voll dem Zeitgeist. "Wie die Kathedrale die steinerne Welt des Mittelalters symbolisierten, so standen die Brücken für die neue technologische Welt aus Metall der Industriellen Revolution" urteilt ein britischer Kulturkritiker. Doch bevor man noch so weit war, entstand die schönste Donaubrücke neben der Regensburger als ein Glanzstück der Architektur aus Stein und Eisen: die Budapester Kettenbrücke.



 
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