| 2001 - "Brücken, Wege und Stege" |
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Page 10 of 19 "Eine Brücke bedeutet mehr als Stein und Stahl", schrieb Stephan Graf Szechenyi, der große ungarische Reformer." Sie drückt das schöpferische Streben der Menschheit aus, stellt eine enge Verbindung zwischen den Nationen her und führt darüber Straßen, um das Leben der Menschen zu erleichtern..." Und um die Gesellschaft zu verändern. Das war nämlich eines der Ziele des "größten Ungarn", wie ihn seine Landsleute bis heute dankbar nennen. Er wollte die neue Zeit nach Ungarn bringen, sein Land an die europäische Moderne anbinden. So entstand durch seine Initiative ein wahres Brückenkunstwerk, ästhetisch vollkommen, aber Szechenyis Absicht war es auch, mit Hilfe der Brücke Politik zu machen. Zuerst einmal sollte der neue Übergang die viel zu oft durch Eisstöße und Hochwasser beschädigte Pontonbrücke ersetzen, einen ungestörten Schiffsverkehr ermöglichen, eine stabile Verbindung zwischen Pest und Buda und damit erst eine geeinte Hauptstadt des Landes schaffen. Gleichermaßen ging es Szechenyi dabei jedoch auch darum, gesellschaftspolitische Ideen zu verwirklichen. Ein Teil der Baukosten sollte durch eine Brückenmaut hereingebracht werden. Szechenyi setzte nun in den Statuten fest, dass diese Maut jedermann ohne Ausnahme zu bezahlen habe. Hinter dieser harmlosen Bestimmung verbirgt sich eine revolutionärer Gedanke. Zum erstenmal wurde von dem Privilegierten, von allen Abgaben befreiten Adel eine Steuer verlangt. Er, der Graf und Sohn einer der reichsten ungarischen Familien, tat damit einen wichtigen Schritt, um das alte Feudalsystem zu beseitigen. Und nach dem ersten Entrüstungssturm seiner Standesgenossen setzte er sich auch durch. |
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